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Stern - das Bier der Kumpel

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Die Stern-Brauerei vom Aalto-Theater aus gesehen. An dieser Stelle steht heute der RWE-Turm. Die Stern-Brauerei vom Aalto-Theater aus gesehen. An dieser Stelle steht heute der RWE-Turm. Erwin Wiemer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Stern-Biere waren in einigen Städten des Ruhrbergbaus bis in die 1970er Jahre weit verbreitet. In Essen, der Heimatstadt der Stern-Brauerei,  gab es das einfache Bier so gut wie an jeder Ecke. 

Es gab damals noch hunderte Kneipen in den Essener Straßen, zumeist an den Kreuzungen gelegen und mit Eingang an der Ecke, die die Stern-Biere der 1872 als Actien-Bierbrauerei in Essen an der Ruhr gegründeten Brauerei anboten.

Entsprechend war das Straßenbild durch die vielen gelb-weißen Tafeln mit dem "Stern"-Schriftzug in dunkler Farbe darauf geprägt. Neben den Gaststätten, waren es die ebenso zahlreichen Kioske, auch "Büdchen" genannt, die die Stern-Biere in Flaschen verkauften. Neben den Sorten Stern Pils, Stern Export, Stern Alt gab es auch das alkoholfreie Stern Malz, welches sich vor allem bei den Kindern großer Beliebtheit erfreute. Zumeist waren es die hart arbeitenden Männer des Ruhrgebiets, ob Kumpel vom Pütt, Arbeiter am Hochofen, in der Kokerei, oder andere Arbeiter aus der Industrie, die für ordentlichen Umsatz an den Tresen durch Stern-Biere sorgten.  

Neben dem Ausschank vom Fass in den Kneipen und Gaststätten wurden die Biere in einfachen Flaschen aus braunem Glas mit 0,5 Liter Inhalt vertrieben. Diese Flaschen werden heute von den Brauereien in NRW nicht mehr verwendet, es gibt aber immer noch einige bayrische Brauereien, die diese einfache Flaschenform nutzen.

Eigentlich zeitgleich mit dem beginnenden Ausstieg aus der Kohleförderung und der mit ihr oft in Verbindung stehenden Schwerindustrie im Ruhrgebiet, ging auch der Umsatz mit Stern-Bier ab den späten 1970er Jahren drastisch zurück. Nicht zu vergessen, dass das Fernsehen die Leute zu Hause im Wohnzimmer bannte und es immer weniger Gaststättenbesuche am Abend gab, sodass auch die Eckkneipenkultur langsam aber sicher ausstarb. Im Jahr 1989 wurde die Brauerei im Essener Südviertel dann geschlossen. Damit hatte es auch ein Ende mit dem malzigen Duft der Brauerei, der an manchen Tagen - und nicht für jede Nase angenehm - um die Häuser in der Nähe des Essener Hauptbahnhofes zog, und, wenn der Wind kräftig wehte, bis in entfernte Stadtteile getragen wurde.

Heute gibt es in mittlerweile schlankeren und längeren Flaschen immer noch Stern Pils und Stern Export, welche von der noch in Essen verbliebenen, einzigen Brauerei gebraut werden. An jeder Ecke sind die Stern-Biere aber schon lange nicht mehr zu bekommen.

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